Innovatoren wissen mit Krisen umzugehen

In diesem Bericht zur Innovation werden die Ergebnisse einer empirischen Analyse zu den F&E-Aufwendungen börsennotierter europäischer Unternehmen während der Wirtschaftskrise von 2009 und die Entwicklung ihres Aktienkurses in den anschließenden Jahren 2009-2012 dargelegt.*

Ausgehend von einer Studie unter 1394 europäischen Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen wurde die Verbindung zwischen den F&E-Aufwendungen während der Wirtschaftskrise von 2009 und der Entwicklung des Aktienkurses dieser Unternehmen in den darauf folgenden Jahren eingehend analysiert.

Die empirischen Ergebnisse deuten darauf hin, dass Unternehmen mit einer hohen F&E-Quote während der Wirtschaftskrise von 2009 in den Folgejahren erfolgreicher waren als Unternehmen, deren Sparprogramme sich auch auf ihre F&E-Aktivitäten erstreckten.

Außerdem konnten wir zwischen den analysierten Branchen Unterschiede hinsichtlich der Zeitverzögerung zwischen Input und Output im Innovationsprozess feststellen. Das ist besonders wichtig für Unternehmen, die die Unsicherheit bei der Zuweisung von F&E-Budgets verringern möchten.

Einführung

Die Verbindung zwischen dem wirtschaftlichen Erfolg eines Unternehmens und seiner Fähigkeit Innovationen, z. B. neue Produkte oder Leistungen, zu schaffen, wurde in mehreren Studien analysiert (Gunday, 2011; Stefik, 2004; Wuyts, 2004; Grulke, 2002). In diesem Zusammenhang ist zu erkennen, dass das Innovationsmanagement durch große Komplexität und Unsicherheit während des Strategieplanungsprozesses gekennzeichnet ist. Die weltweite Wirtschaftskrise von 2009 war einer der zentralen Einflussfaktoren, die die Unsicherheit bei der Strategieplanung in den letzten Jahren verstärkt hat (Wilson und Ellertsen, 2010). Der Einfluss dieser weltweiten Krise auf die F&E-Aufwendungen von Unternehmen wurde nur in begrenztem Umfang analysiert. Paunov (2012) konnte z. B. eine Verbindung zwischen dem Tempo der Erholung von der weltweiten Krise und der Innovationstätigkeit eines Unternehmens feststellen. Diese Ergebnisse sind jedoch auf acht lateinamerikanische Länder beschränkt. In diesem Zusammenhang hat sich herausgestellt, dass die Investitionen in Innovationstätigkeiten während Rezessionen zu einem deutlichen Rückgang tendieren (OECD, 2009).

Analyse

Wie oben erwähnt, haben das Ausmaß von Innovationen und der Einfluss der weltweiten Krise auf die Innovationstätigkeit auf allgemeiner Ebene in der Literatur Aufmerksamkeit erlangt. Es fehlen allerdings Zahlenangaben zur Verbindung zwischen den F&E-Aufwendungen während der Krise und der anschließenden Entwicklung des Aktienkurses. Als Grundlage für unsere Analyse benutzten wir die F&E-Quote jedes Unternehmens während der Krise von 2009 gemäß den Angaben von Bloomberg. Die in dieser Analyse verwendete F&E-Quote beschreibt das Verhältnis der F&E-Aufwendungen zum Nettoumsatz. Außerdem berechneten wir die durchschnittliche Aktienkursentwicklung jedes analysierten Unternehmens für die darauf folgenden Jahre durch Ermittlung der Differenz zwischen dem Aktienkurs am ersten Börsentag eines Jahres und dem am ersten Börsentag des Folgejahres. Auch hier zogen wir die von Bloomberg für den Zeitraum vom 01.01.2009 bis 03.01.2013 angegebenen Aktienkurse heran. Wir nahmen alle Unternehmen mit einer veröffentlichten F&E-Quote zwischen 0 % und 100 % auf. Wir wählten das Jahr 2009 als Bezugspunkt für die Wirtschaftskrise, weil in diesem Jahr der stärkste Rückgang des BIP in Deutschland (-5,1 %) und in den 27 EU-Staaten (-4,3 %) seit Jahrzehnten zu verzeichnen war (Eurostat, 2013).

Innovation in crisis - Table for Website

Ausgehend von den oben beschriebenen Daten teilten wir die Unternehmen nach der Höhe ihrer F&E-Quote während der Wirtschaftskrise von 2009 ein. Zu diesem Zweck bestimmten wir das unterste und das oberste Quartil der Unternehmen hinsichtlich ihrer F&E-Quote für 2009. Wir bezeichnen das Quartil der Unternehmen mit der höchsten F&E-Quote als „starke F&E-Investoren“ und das Quartil der Unternehmen mit der niedrigsten F&E-Quote als „schwache F&E-Investoren“. Ausgehend von dieser Abgrenzung analysierten wir die Unterschiede in der Entwicklung des Aktienkurses der Unternehmen nach der Wirtschaftskrise von 2009. Diese Vorgehensweise erleichtert die Bestimmung des richtigen Umfangs der F&E-Aufwendungen in Bezug auf den Nettoumsatz (F&E-Quote) während der Krise (hohe F&E-Investitionen contra Kosteneinsparungen) aus nachträglicher Perspektive.

Die Signifikanzprüfung wurde mit einem Levene-Test und einem T-Test vorgenommen. Es ist zu erkennen, dass für jeden analysierten Zeitraum die starken F&E-Investoren einen besseren durchschnittlichen Gewinn (Aktienkursentwicklung) aufweisen als die schwachen F&E-Investoren. Das stützt die Aussage, dass Unternehmen, die während der Wirtschaftskrise von 2009 in überdurchschnittlicher Höhe in F&E-Projekte investiert haben, danach eine bessere finanzielle Entwicklung erlebt haben.

Es ist zu erkennen, dass die höchsten Jahresgewinne (anhand der jährlichen Aktienkursentwicklung bestimmt) in den ersten zwei Jahren (2009 und 2010) nach Tätigen der F&E-Investitionen erzielt wurden. Diese Verbindung trifft sowohl bei den starken F&E-Investoren als auch bei den schwachen F&E-Investoren zu. Daraus kann tendenziell geschlossen werden, dass die Zeitverzögerung bei Investitionen kleiner als zwei Jahre ist.

In diesem Zusammenhang ist zu erkennen, dass das Innovationsmanagement durch große Komplexität und Unsicherheit während des Strategieplanungsprozesses gekennzeichnet ist. Die weltweite Wirtschaftskrise von 2009 war einer der zentralen Einflussfaktoren, die die Unsicherheit bei der Strategieplanung in den letzten Jahren verstärkt hat (Wilson und Ellertsen, 2010). Der Einfluss dieser weltweiten Krise auf die F&E-Aufwendungen von Unternehmen wurde nur in begrenztem Umfang analysiert. Paunov (2012) konnte z. B. eine Verbindung zwischen dem Tempo der Erholung von der weltweiten Krise und der Innovationstätigkeit eines Unternehmens feststellen. Diese Ergebnisse sind jedoch auf acht lateinamerikanische Länder beschränkt. In diesem Zusammenhang hat sich herausgestellt, dass die Investitionen in Innovationstätigkeiten während Rezessionen zu einem deutlichen Rückgang tendieren (OECD, 2009).